„Migrationsberatung ist keine Ausgabe ohne Ertrag. Sie schafft Orientierung, ermöglicht Teilhabe und unterstützt Zugewanderte dabei, ihre Potentiale als Fach- und Arbeitskräfte einzubringen. Wer in Beratung investiert, stärkt den Arbeitsmarkt und vermeidet morgen deutlich höhere gesellschaftliche Folgekosten.“
Die Träger*innen der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz – insbesondere der AWO Bezirksverband Rheinland e. V. – leisten mit der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) und den Migrationsfachdiensten (MFD) zentrale Beiträge zur Integration von Menschen in der Bundesrepublik Deutschland.
Diese Angebote sind unverzichtbar für:
- Orientierung und Teilhabe von Neuzugewanderten
- Unterstützung in rechtlichen, sozialen und alltäglichen Fragen
- Begleitung betreffend Bildung, Sprache und Arbeit
- Soziale Stabilisierung von Geflüchteten
Sie haben eine große gesellschaftliche Bedeutung:
- Schlüsselstrukturen der kommunalen Integrationslandschaft
- Stärkung sozialen Friedens, Teilhabe und Prävention von Ausgrenzung
- Entlastung kommunaler Stellen durch frühzeitige Hilfe
- Die MBE vermeidet im Schnitt das 25-fache ihrer Kosten für die öffentliche Hand (Quelle: Analyse des SROI im Auftrag der LIGA-BW)
„Die MBE hat uns nach unserer Einreise Orientierung gegeben – vom Integrationskurs und aufenthaltsrechtlichen Fragen bis zum Einstieg in den Arbeitsmarkt. Heute stehen wir auf eigenen Beinen.“
Finanzierungsherausforderungen
- Bundes-/Landesmittel decken nicht die Gesamtkosten
- Eigenanteil der Träger*innen beträgt bis zu 20 %
- Steigende Kosten (Personal, Miete, Sachmittel) → massive Unterdeckung
- Keine Dynamisierung → Inflation und Tariferhöhungen bleiben unberücksichtigt
- Projektförderung statt Regelfinanzierung → fehlende Planungssicherheit
Konkrete Folgen im Land
- Einschränkung oder Schließung von Angeboten
- Wegfall mobiler Beratung in ländlichen Regionen
- Abwanderung von Fachkräften
- Beratungsbedarfe bleiben ungedeckt → integrationspolitisch kontraproduktiv
- Überlastung kommunaler Stellen wie Sozialdiensten, Schulen, Jobcenter
Forderungen der AWO Rheinland
- Auskömmliche Refinanzierung des Eigenanteils durch Bund und Land
- Dynamisierung der Mittel entsprechend realen Kostenentwicklungen
- Unterstützung durch Drittmittel von Kommunen und Landkreisen
- Einführung einer Regelfinanzierung
- Langfristige Planungssicherheit für Träger*innen und Fachkräfte
- Flächendeckender Erhalt der Beratungsstruktur